Beiträge von #77

    Der Rechnung von Rudorisch muss man wohl einfach glauben.

    Dennoch ist deine Formulierung "vermeintlich eher aufgefangen werden kann" zu Recht so gewählt.

    Schließlich lese ich weiter:


    „Das ist sicher noch nicht alles kostendeckend, und wir brauchen nach der Testphase eine höhere Auslastung in den Stadien. Und wenn diese nicht darstellbar ist, brauchen wir mehr Unterstützung vom Staat oder eine Verlängerung des Konjunkturpakets ins Jahr 2021 hinein“, sagte Rudorisch dem Fachmagazin „Eishockey News“. Ein paar Monate können die Klubs also überbrücken, danach sind sie auf Lockerungen oder Hilfe der Politik angewiesen – ob das gutgeht?


    Das bestätigt leider einige meiner Befürchtungen.

    Anlässlich des Statements von Herrn Arnold nach der DEL Gesellschafterversammlung vom Montag möchte ich den Thread-Titel mal aufgreifen. Allerdings würde ich mehrere Fragezeichen anfügen.

    Kurz zusammengefasst sagt Arnold, dass die DEL nur dann zum angedachten Termin im November mit allen Teilnehmern starten kann, wenn innerhalb von 10 Werktagen aus öffentlichen Mitteln 60 Millionen Euro verbindlich zugesagt werden.

    Bestimmt kann man dieses Statement auf vielfältige Weise interpretieren. Ich selbst habe mich in letzter Zeit zu wenig mit der DEL beschäftigt, um mir Mutmaßungen zuzutrauen.

    Also nehme ich den Text 1:1 und komme zu dem Schluss, dass diese Forderung nur eine weitere Verschiebung oder gar eine Absage der DEL-Saison nach sich ziehen kann. Wobei eine Verschiebung kaum möglich erscheint, will man eine reguläre Saison angehen. Im neuen Podcast wurde das wie ich finde auch gut eingeordnet.

    Nun frage ich mich aber, was in der DEL2 substanziell anders ist.

    Bei den Kosten für die Spieler lese ich höchstens etwas von freiwilligem Gehaltsverzicht an wenigen Standorten. Ein deutliches Abspecken des Kaders kann ich auch nirgends erkennen. Mit anderen Worten dürften die Personalkosten für die Kader insgesamt zwar gesunken, allerdings nicht radikal nach unten korrigiert worden sein.

    Nach allem, was ich heute wissen kann, werden die Einnahmen allerdings radikal sinken. Sprade kann dabei nur einen kleinen Teil der Verluste aus dem Ticketverkauf abfangen. Schließlich kann man weder einen durchschnittlichen Ticketpreis für den Stream verlangen noch mit der entsprechenden Personenzahl rechnen.

    Ich sehe also fixe Kosten der Clubs, die unwesentlich gesunken sein dürften - wenn überhaupt - und auf der anderen Seite die klar erkennbare Gefahr enormer Einnahmeverluste im Vergleich zu den Vorjahren.

    Hinzu kommt die Tatsache, dass alle Szenarien darauf basieren, dass alle Standorte diese Saison überstehen können, also eine reguläre Saison gespielt werden kann.

    Die Corona bedingten Unsicherheiten sind enorm und man kann nur hoffen, dass kein Club seiner Finanzplanung insgeheim deutlich höhere Zuschauerzahlen zugrunde gelegt hat.

    Mich wundert, dass anscheinend nie über einen anderen Modus oder andere gravierende Veränderungen des Spielbetriebs nachgedacht wurde. Auf mich wirkt es so, als setze man alles auf eine Karte, ohne einen Plan B zu besitzen. Geht es schief, werden vermutlich auch die staatlich zugesagten Hilfen sinnlos verbrannt. Insbesondere bei uns, wo sich alles in einer Hand befindet, sehe ich keine wirtschaftlichen Spielräume.

    Ich kann nicht sagen, dass mir viele Gründe für eine optimistische Sichtweise einfallen.